Qualität der Tests
Ein Test ist nur so gut wie seine Gütekriterien: Objektivität, Reliabilität, Validität. Wir behaupten sie nicht, wir weisen sie aus. Was geprüft ist, trägt das Siegel. Was noch in Prüfung ist, steht hier mit Zahlen und Schwellen.
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1. Objektivität: geprüft
Ein Test ist objektiv, wenn das Ergebnis nicht davon abhängt, wer ihn durchführt, auswertet oder deutet. Das ist hier durch den Aufbau gesichert und lässt sich nachlesen:
- Durchführung: Alle Personen sehen dieselben Aussagen in derselben Reihenfolge mit derselben fünfstufigen Skala. Keine Interaktion mit einer Testleitung.
- Auswertung: Die Punkte werden nach festen Regeln summiert (umgepolte Aussagen gespiegelt), die Prozentwerte nach einer festen Formel berechnet. Der Code ist offen; dieselben Antworten ergeben immer dasselbe Ergebnis.
- Interpretation: Die Texte sind je Skala und Ausprägung fest hinterlegt. Es gibt keine freie Deutung durch eine Person.
Zusätzlich wurden alle 161 Aussagen der vier Tests inhaltlich geprüft: je Skala gleich viele Aussagen, keine Doppelaussagen, keine doppelten Verneinungen, keine Duplikate, keine Aussage über 130 Zeichen. Zehn Aussagen wurden dabei im Oktober 2026 umformuliert (Testversion 2); zwei klassische Aussagen zum Verhältnis zur Arbeit behalten bewusst ihre Bedingungsform («wenn ich nicht müsste»).
2. Reliabilität: wird gemessen
Reliabilität heisst, dass der Test genau misst: Die Aussagen einer Skala müssen zusammenhängen (interne Konsistenz, Cronbachs Alpha), und wer den Test nach Wochen wiederholt, sollte ähnliche Werte erhalten (Retest-Stabilität). Beides lässt sich nur aus echten Antworten berechnen. Deshalb können Teilnehmende nach jedem Test ihre Antworten anonym spenden. Aus diesen Antworten werden die folgenden Kennwerte berechnet und stündlich aktualisiert.
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Schwellen für das Siegel: mindestens 200 gültige Antwortsätze je Test und Cronbachs Alpha von mindestens 0.70 in jeder Skala (Nunnally, 1978). Für die Stabilität mindestens 50 Wiederholungen nach 14 bis 180 Tagen mit einer medianen Retest-Korrelation von mindestens 0.70.
3. Validität: wird gemessen
Validität heisst, dass der Test misst, was er messen soll. Inhaltlich sind die Tests an etablierte Modelle angelehnt (RIASEC, Big Five, Theorie der Arbeitsanpassung, ISCED); das ist auf der Seite Wissenschaftliche Grundlagen belegt. Empirisch prüfen wir die konvergente Validität: Skalen, die inhaltlich verwandt sind, müssen über die Tests hinweg zusammenhängen, etwa forschendes Interesse im Berufstest mit Naturwissenschaften im Studientest, oder Verträglichkeit im Stärkentest mit Altruismus im Wertetest. Dafür werden Antworten derselben Person über mehrere Tests verknüpft, ohne dass die Person bekannt ist (zufälliges Browser-Token).
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Schwelle für das Siegel: mindestens 100 Paare je Vergleich und Korrelationen von mindestens 0.40 in der Mehrheit der Vergleiche. Kriteriumsvalidität (sagt der Test Zufriedenheit oder Verbleib im Beruf voraus?) könnte erst eine Nachbefragung nach Jahren zeigen; sie ist nicht Teil des Siegels.
4. Grenzen, die bleiben
- Berufstest, Wertetest und Studientest enthalten keine umgepolten Aussagen; das ist bei Interessentests üblich, macht sie aber anfällig für Zustimmungstendenz. Der Stärkentest ist zur Hälfte umgepolt.
- Es gibt keine Normwerte aus einer Schweizer Bevölkerungsstichprobe. Prozentwerte beschreiben die Lage auf der Skala, nicht den Vergleich mit anderen.
- Die Antworten sind Selbstauskünfte. Wer sich anders darstellt, als er ist, erhält ein anderes Ergebnis.
- Das Fünf-Elemente-Profil ist kein Test und hat kein Siegel; es ist ein kulturelles Deutungsangebot.
5. Was wir mit gespendeten Antworten tun
Gespendet werden nur die Antwortwerte (1 bis 5) in Reihenfolge, der Testname, auf Wunsch ein Altersband und ein zufälliges Token, das dein Browser erzeugt. Kein Name, keine E-Mail, keine IP-Adresse, keine Verbindung zu einem Konto. Die Daten dienen ausschliesslich der Berechnung der Kennwerte auf dieser Seite und werden nicht weitergegeben. Details in der Datenschutzerklärung.
Nunnally, J. C. (1978). Psychometric Theory (2. Aufl.). McGraw-Hill. Die Gütekriterien folgen der DIN 33430 und den Standards for Educational and Psychological Testing (AERA, APA & NCME, 2014).